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Carnitin, Vitamin (B)T:
siehe
Vitamine A-Z
Coffein, Methyltheobromin,
Thein:
Natürlich vorkommend in
Kaffebohnen (zu 4% des Gesamtgewichtes), Teeblättern,
Kakaobohnen, Kolanüssen, Mateblättern und Guaranasamen (zu 5%).
Es wirkt erregend auf die Großhirnrinde, das Atem- und
Kreislaufzentrum, verursacht Erweiterung der
Blutgefäße und Diurese (=Harndrang).
Coffein findet therapeutische Anwendug als Tonikum
="Belebungssaft", "happy water"= Psychoanaleptikum,
hom
Coffea.
Bei akuter Vergiftung (Coffeinismus) treten Unruhe,
Gemütserregung, zentrale Erregung, Herzrasen, evtl.
auch Herz- und Kreislaufkollaps auf.
Coffein ist ein Alkaloid.
Sein chemischer Aufbau beruht auf der
Stuktur der Purine ( C5H4N4 ); ein Grundgerüst, das in jedem
Zellkern (in DNS) vorkommt. Angeknüpft an die
Stickstoffatome in Position 1, 3 und 7 sind Methylgruppen
(-- CH3 ) und in Position 2 und 6 je eine
Hydroxylgruppe ( OH- ), daher der Name Xanthin (
C5H4N4O2 ) = 2,6-Dihydroxypurin.
Der vollständige Name lautet daher:
1,3,7-trimethylxanthin.
Bedingt durch die Röststoffe
erfolgt die Wirkung des Coffeins sehr schnell. Bereits nach
20 Minuten nach Kaffeegenuß sind etwa 20% des Coffeins
aus dem Magen-Darm-Trakt resorbiert. Sehr individuell
verschieden ist die Zeit in der der Körper das
aufgenommene Coffein abbaut. So schwankt die Halbwertszeit -
also die Zeit, in der Coffein zur Hälfte abgebaut wird,
und seine Wirkung nachläßt - je nach Person
zwischen 2 und 12 Stunden. Bei vielen Menschen verursacht
Coffein Einschlafschwierigkeiten oder unruhigen Schlaf, was
von der Dosis und der individuellen Halbwertszeit
abhängig ist. Coffein kann bei Personen, die sehr
selten Kaffee trinken zu leichtem Blutdruckanstieg,
entsprechende Untersuchungen sind jedoch nicht einheitlich.
Coffein verursacht keine Sucht im eigentlichen Sinn; die
aufputschende Wirkung ist es eher, die einen immer wieder zu
Coffein enthaltenden Genußmitteln treibt.
Das im Tee enthaltene Coffein ist an
Gerbstoffe (0,3 Gramm pro Tasse)
gebunden und wird darum verlangsamt aufgenommen. Die Wirkung
erfolgt verlangsamt. Gerbstoffe wirken beruhigend auf Magen
und Darm. Deshalb wird Tee gerne zur Linderung von Magen-
und Darmerkrankungen eingesetzt. Außerdem üben
die Gerbstoffe des Tees, die Tannine, auf den Darm eine
stopfende Wirkung aus
Tee enthält noch zwei weitere
Purine, Theophyllin (1,3-dimethylxanthin) und
Theobromin.
Kakao, Tee, Mate und die Kolanuß enthalten Theobromin
(3,7-dimethylxanthin).
Theobromin wirkt - milder als Coffein - schwach erregend,
harntreibend (diuretisch) und steigert die
Kontraktilität (Leistungsfähigkeit) des
Herzmuskels.
Vorsicht !! In hohen Dosen ist das in
beispielsweise Schokolade enthaltene Theobromin für
Hunde tötlich. 4 Tafeln können einen 6 Kg schweren
Hund in lebensbedrohliche Lage bringen.
Theophyllin wirkt zentral erregend,
schwach diuretisch, beschleunigt die Herztätigkeit,
erweitert die Gefäße an Herz, Niere und
Peripherie, verengt sie am Gehirn und erweitert die
Bronchien. Es hemmt Adenosin-Rezeptoren in Gehirn und Herz;
vermindert durch Hemmung der Phosphodiesterase die
Hydrolisierung von cAMP (cyclo - Adenosin-mono-phosphat) zu
AMP, welches eine zentrale Stellung in der hormonalen
Regulation und im Stoffwechsel einnimmt. Vermutlich versucht
der Körper dem Mangel an AMP entgegenzuwirken indem er
in Anwesenheit der Hemmung die Produktion von cAMP
erhöht und damit seine Wirksamkeit intensiviert. seine
Wirksamkeit intensiviert.
Theophyllin beeinflußt
außerdem den transmembranären Calcium-Einstrom
und die Freisetzung von Calcium aus / in den
intrazellulären Speichern.
Coffein, Theobbromin und Theophyllin
werden im Körper zu Harnsäure abgebaut und
ausgeschieden.
Glucuronolacton
(Glucuronsäure-gamma-lacton):
Lacton ist ein Bindungspartner der
Glucuronsäure: C6H10O7.
Letztere spielt eine wichtige Rolle in den
Entgiftungsreaktionen des Körpers: sie bildet in der
Leber durch Verknüpfung mit Abbauprodukten, Phenolen,
Benzoesäure, Arzneimitteln etc. wasserlösliche
Glucuronide (gepaarte G.), die durch die Nieren
ausgeschieden werden können.
Glukuronsäure wird vom
Organismus selbst gebildet und gespeichert. Es kommt in
vielen Pflanzen und in den meisten tierischen Faser- und
Bindegeweben vor.
Wer mitgehirnt hat, und wen nun die
Ähnlichkeit von C6H12O6 und C6H10O7 plagt, hier die chemische
Erklärung: Glukuronsäure entsteht aus Glukose
durch Oxidation am C-6 Atom --und damit wird der Alkohol
(org. Hydroxylgr.: R-CH2-OH ) zur Carboxylgruppe:
R -COOH--
.
Und nochwas für den elend Neugierigen: Lacton ist der
innerste Ester ( R-COOR´, R, R´-- CH3) von Hydroxycarbonsäuren,
Bildung durch Wasserabspaltung -- wie sonst. Hi hi !
;-)
Guarana:
Wird aus den Samenkörnern der
ursprünglich im Amazonasgebiet heimischen
Schlingpflanze "paullinia cupana" gewonnen, die Botaniker zu
den Seifenbaumgewächsen zählen.
Der merkwürdige Name erklärt sich aus den hohen
Gehalt an schäumenden Saponinen;
Verwandte der Guaranapflanze wurden tatsächlich als
Waschmittel genutzt.
Weitere Verwandte liefern den
Eingeborenen natürliche pflanzliche Substanzen, die sie
zur Herstellung von Insektenschutz, Pfeilgift oder als
fiebersenkende Medizin und zur Behandlung von
Schlangenbissen verwenden.
Bei uns heimisch ist das Seifenkraut, Saponaria
officinalis ; bekannt ist evtl. die
Litchi-Pflaume, Frucht eines südostasiatischen
Seifenbaumes. Alle anderen Arten sind ungenießbar und
nicht zum Verzehr geeignet.
Seit über 500 Jahren
schätzen die brasilianischen Indianer die Kraft und
Audauer verleihende Lianenfrucht, die sie zur
Ünterstützung auf langen Wanderungen und bei
Nahrungsmittelknappheit gegen Müdigkeit und Hunger als
täglichen Proviant gebrauchten.
Die Quelle der Energie bildet das im Guaranasamen enthaltene
Coffein, welches an Ballaststoffe
gebunden ist und langsam über 6 bis 7 Stunden an den
Körper abgegeben wird, ohne daßman es bedeutend
merkt.
Die belebende Wirkung auf Körper und Geist
verspürt man erst dann, wenn es darauf ankommt.
Gleichzeitig stellt sich ein leichtes
Sättigungsgefühl ein, das vor Hungerattacken
schützt - selbstverständlich nur während
dieser 6 bis 7 Stunden.
Nach der Ernte werden die Kerne der
reifen Guarana-Frucht von den Indios getrocknet,
geröstet, geschält und zermahlen; das so gewonnene
Pulver wird mit Wasser verrührt, geknetet und zu
Stangen geformt einige Wochen lang über speziell
dafür ausgesuchten Hölzern geräuchert, um es
haltbar zu machen.
Um sich nun einen Guarana-Drink,
einen "Aqua branca", zu zubereiten, raspeln die Indios etwas
von diesen Stangen ab und verrühren es in kaltem
Wasser.
Eine andere Methode, die Samen zu verarbeiten, ist sie zu
verreiben, mit Mehl zu mischen und in Bananenblätter
gewickelt in Wasser zu kochen. Anschließend trocknet
man diese Masse und bereitet Tee daraus zu.
Durch diese aufwendige traditionelle
Aufbearbeitung wird das gebundene Koffein dem Körper
zugänglich, und die Samen werden haltbar gemacht.
Industrielle Massenverarbeitungsmethoden gewährleisten
dies nur beschränkt, da Rückstände am Koffein
nicht gänzlich entfernt werden, das Produkt
ungenügend konserviert wird, unangenehm bitter schmekt
und Magen und Darm reizt.
Die in Guaranasamen enthaltenen
Ballaststoffe und Rohfasern verlangsamen die Abgabe des
Koffeins an den Organismus. Dies wird schonender empfunden
als die stoßweise Abgabe des Koffeins von
gebrühtem Kaffee. Pflanzliches Eiweiß,
Kohlehydrate und Mineralstoffe unterstützen diesen
Vorgang und leisten ihren Beitrag zu diesem Gefühl des
Fit- und Wachseins.
Aber Achtung ! Dosiert man das im
Handel in Pulverform erhältliche Guarana zu hoch, hat
das ein unangenehmes Völle- und Spannungsgefühl
zur Folge, das einige Stunden andauern kann.
Ein oder zwei ... Löffelchen
Guaranapulver mehr erhöhen also nicht die
Leistungsfähigkeit, sonden verschlechtern das
Allgemeinbefinden.
Inosit, Inositol,
Myo-Inositol:
Inosit ist ein sechswertiger
zyklischer Alkohol (ein Zyklit; kein Zucker).
Das Myo-Inosit (süß-schmeckend) kommt frei im
Muskelgewebe und in vielen pflanzlichen und tierischen
Organen vor.
Es ist ein zum Vitamin-B2-Komplex gerechneter
Wuchsstoff. Bei Mangel treten Haarausfall,
Hautentzündungen und Wachstumsstillstand auf . Es
findet in der Medizin therapeutische Anwendung bei
progressiver Muskeldystrophie ("Muskelschwund") und
Lebererkrankungen.
Inosit wird als das in Weizenkeimlingen, Sojabohnen und
Erdnüssen befindliche 1-Phosphatidyl-inosit (1:1)
aufgenommen.Es kommt bei Mensch und Tier z.B. in Hirn,
Leber, Herz und Sperma vor und stellt zwei sehr
stoffwechelaktive Komponenten der Myelinscheiden
(Nervenbahnen!) dar.
Taurin:
Taurin ist ein freies biogenes Amin,
das weitverbreitet im Körper vorkommt, und besonders
konzentriert in Muskel, Leber, Gehirn und
Zentralnervensystem anzutreffen ist. Taurin wurde in vielen
Geweben nachgewiesen, auch in Organen bestimmter
Wiederkäuer, was ihm seinen eigenwilligen Namen
verschafft hat. Ebenfalls Muttermilch - wegen geringer
Eigensynthese des Neugeborenen, der während der
Schwangeschaft schon von der Mutter mit Taurin versorgt
wurde - enthält Taurin in hoher Konzentration.
Dieser Stoff übt wichtige
biochemische und physiologische Funktionen aus:
- Durch Bindung
an Gallensäuren erleichtert Taurin die
Fettverdauung.
- Während
des Wachstums des Gehirns beteiligt sich Taurin an der
Bildung der Synapsen und an der Übertragung von
Impulsen.
- Seine Funktion
als Wachstumsfaktor und Neurotransmitter wird vermutet.
- Taurin ist am
Transport von Magnesium beteiligt.
- Nebenbei dient
synthetisch hergestelltesTaurin in einigen
Nahrungsmitteln als Geschmacksverstärker.
Obwohl Taurin so häufig im
Körper vorkommt, - 70% befinden sich im Muskel und
Herzmuskel -, wurden genauere Forschungen über diese
Substanz noch nicht angestellt. Es ließen sich bei
Säuglingen, die längerfristig durch Infusionen
ernährt werden mußten und so einem Taurinmangel
ausgesetzt waren, Netzhautveränderungen nachweisen, was
den Rückschluß zuläßt, daßTaurin
bei der Bildung intakter Lichtrezeptoren beteiligt ist.
Nicht nur über die
Nahrungsaufnahme wird für genug Taurin im Körper
mit gesorgt. Jeder Organismus ist ab einer gewissen
Altersstufe (vermutlich schon nach dem Säuglingsalter)
fähig, Taurin aus den einzigen schwefelhaltigen
Eiweißbausteinen Cystein und Methionin in folgenden
Schritten selbst zu bilden:
-Methionin --->Cystathioin --->Cystein
--->Taurin.
Oder:
-Cystein --> (Decarboxylierung) --->Cysteamin
-->(Oxidation) --->Taurin = H2N-CH2-CH2-SO3H
Der chemische Name lautet:
Aminoäthansulfonsäure
Taurin findet als Konjugationspartner
gepaarter Gallensäuren - als sog. Taurocholsäure -
Anwendung als Gallentreibmittel, Nährbodenzusatz und
Gegengift bei Digitalisvergiftungen (botan Gattung
"Fingerhutpflanzen". Diese enthalten Acetylcholin, einen
Neurotransmitter . Digitalis wird
therapeutisch zur Steigerung von Kraft, Grad und
Schnelligkeit der Herzkontraktilität genutzt, =
"positiv inotroper Effekt").
Der Zusatz von Taurin zu Säuglingsnahrung und
Katzenfutter ist schon lange üblich; dies ist
zulässig und empfehlenswert, aber nicht zwingend
notwendig.
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