L.I.F.E.
Pflanzen A-Z

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Jasmin:

Jasmine paniculatum;


Der betörende Duft dieser kostbaren Blütenpflanze spielt in der Parfümerie eine wichtige Rolle und wird zur Herstellung von Kosmetika und vieler Parfüme verwendet. Der Riechstoff und wird aus den Blüten, vor allem in Südfrankreich, nach verschiedenen Methoden gewonnen.

Bisweilen wird unter der Bezeichnung Jasmin der
"Blasse Pfeifenstrauch = Falscher Jasmin" verstanden. Dieser bis zu 3 m hohe Strauch besitzt eiförmig-elliptische, gezähnte Blätter, traubige Blütenstände mit weißen, stark duftenden Blüten und wird hier als beliebter Zierstrauch angepflanzt, oder wächst verwildert. Auch seine Blüten beinhalten den intensiv duftenden Aromastoff.

Johannisbeere, Schwarze
Ribes nigrum L.

Grossulariaceae, Familie der Stachelbeergewächse,
Ordnung: Saxifragales
Unterordnung: Rosidae (=Rosiflorae), Rosenähnliche

Der Volksmund gab dem Strauch die Namen Stinkstruk, Bocksbeere, Wanzenbeere, swarte Allbee, Adebarskasbern, schwarze Träuble u. a

Die Schwarze Johannisbeere ist ein bis zu 2 m hoher, kräftiger Strauch, dessen junge Zweige hell berindet und behaart sind. Die wechselständigen, gestielten, 3-5-lappigen Blätter verkahlen auf der Oberfläche. Auf der Unterseite haben sie zahlreiche gelbliche Harzdrüsen, die nicht besonders gut riechen. Die Blüten stehen in reichblütigen Trauben, die aus den Blattachseln entspringen. Jede Einzelblüte steht in der Achsel eines lanzettlichen, behaarten Tragblattes. Meist bestäuben sich die hängenden Blüten selbst, indem der Pollen aus den Staubbeuteln auf den umgebogenen Rand der Narbe fällt. Aus dem Fruchtknoten entwickelt sich die mehrsamige, schwarze Beere mit würzigem, schwach wanzenartigem Geschmack.

Die Schwarze Johannisbeere war ursprünglich wohl nur im nördlichen Mitteleuropa heimisch. Durch den Menschen hat sich der Strauch dann in Mittel- und Südosteuropa über den Kaukasus, Sibirien und den Himalaja bis zur Mandschurei ausgebreitet. In Südeuropa gedeiht er nur in Kultur.

Dieser Strauch wächst in Auwäldern und Erlengebüsch, zuweilen auch verwildert aus Kulturen und blüht von April bis Mai.

Von Mai bis Juni sammelt man die
Blätter (Folia Ribis nigri).

Die Blätter der Schwarzen Johannisbeere enthalten
Gerbstoffe, organische Säuren und Vitamin C. Getrocknet haben sie eine schwach harn- und schweißtreibende Wirkung, die aber heute kaum noch genutzt wird. Häufiger ist ihre Verwendung als Bestandteil von Frühstückstees. Die Früchte der Schwarzen Johannisbeere gehören neben denen der Hagebutte und der Sanddornbeere zu den Drogen (apoth: getrocknetes Kraut) mit dem höchsten Vitamin-C-Gehalt. Johannisbeersaft wird bei Magenverstimmung und Durchfall zum Ausgleich des Flüssigkeitsverlustes empfohlen.

Die Schwarze Johannisbeere besitzt keine Nebenwirkungen.

Klette, Große:
Arctium lappa L..

Asteraceae (= Compositae) , Familie der Korbblütler;

Diese bis zu 2 m hohe zweijährige, humusliebende Pflanze findet man im nördlichen Europa bis Mittelskandinavien, im Osten über den Kaukasus hinaus bis Japan.
Sie wächst gesellig an Wegrändern, Zäunen und im Flußschotter. Ihre Blütezeit ist von Juli bis September , wobei sie an langen Blütenstengeln lila gesprenkelte, kugelig abgeflachte Blüten trägt, deren grüne Hüllblätter die Länge der Blütenblätter erreichen kann und an der Spitze hakig gekrümmt sind.

Die großen, markig gestielten Blätter sind ganzrandig, wechselständig und an der Unterseite kahl bis schwach grau-filzig.

Die an der Kleidung haftenden Blüten und die fleischige, spindlförmige, innen weißliche und klebrige Wurzel verliehen der Klette (lat.
glutem = Leim) den Namen. Die Wurzel ist neben den selten verwendeten Blättern beliebtes Sammelgut der Kräuterheilkundler.
Ihr schreibt man die Fähigkeit zu, in frischem oder getrocknetem Zustand als Aufguß, Absud, Sirup, Tinktur, Lotion und Häutbädern zubereitet, eine Vielzahl von Magen- und Hautbeschwerden zu lindern.
Die Klettenwurzel (Radix Bardanae) besitzt harn- und schweißtreibende Wirkung und wird daher gern als "blutreinigend" bezeichnet.
Nach konsequenter Anwendung werden Akne, Flechten, Geschwüre, Brandwunden, verschwinden, Ausschlag von Infektionskrankheiten (Masern, Windpocken, Scharlach...) verringert und frühzeitigem Haarausfall Einhalt geboten.

Das im Handel erhältliche Klettenwurzelöl wird als Haaröl bei trockener Kopfhaut verwendet. Tatsächlich ist das Fertigpräparat jedoch kein Öl aus der Klettenwurzel, sondern ein mit Oliven- und Erdnußöl hergestellter Auszug ihrer Inhaltsstoffe.
Die Wurzel der Großen Klette enthält bis zu 45%
Inulin (die anderen Klettenarten beinhalten wesenlich weniger), ätherisches Öl, Gerbstoffe, Schleim und Harz.
Getrocknet und geröstet gebrauchte man sie früher als Kaffeersatz; heute erfreuen sich Stärkungsmittel aus Kletten- und
Löwenzahnsaft wieder großer Beliebtheit.

Lapachorinde:

Wird auch "Inkatee" genannt und ist in Südamerika ein altes Hausmittel zur Linderung bei Erkältungskrankheiten.

Der Lapachobaum wächst bevorzugt in den höheren Regionen der Anden. Der Tee desteht aus hell- bis dunkelbraunen, unterschiedlich großen Rinden- und seltener Holzstückchen. Er wird von einheimischen Indianern vielfach verwendet.

Die Rinde wird zur Steigerung der Abwehrkräfte und des Allgemeinbefindens verabreicht. Bei uns wird sie als Lebensmittel angeboten. Man überbrüht 2 Teelöffel (ca. 2 Gramm) pro Tasse und läßt den Aufguß 10 Minuten ziehen. Davon trinkt man täglich dreimal eine Tasse, warm oder kalt.

Lapachoextrakt enthält
Barium, Calcium, Chrom, Eisen Gold, Kalium, Kobalt, Kupfer, Magnesium, Mangan, Natrium Phosphor, Silber Silicium, Strontium Zink.

Limeflower (engl.) = Lindenblüten

Tiliae flos = Flores Tiliae

Winterlinde oder Steinlinde, Tilia cordata Mill. (kleine Blätter)

Sommerlinde, Tilia platyphyllos Scop.

Tiliaceae, Familie der Lindengewächse;

grünlichgelbe Blüten.

Die Linde ist ein häufig anzutreffender, prachtvoller, 15 bis 20 Meter hoher Baum. Er wird zum Verschönern der Straßen in unseren Städten angepflanzt, oder wächst wild in den Wäldern des Umlandes heran. Die Linde kommt in mehreren, sehr ähnlichen Arten vor, doch allen ist der kräftige, süßlich frische Duft, das reichhaltige Nektarangebot für die Bienen und die heilende Kraft und Stärke gemeinsam zu eigen.

Blätter, Blüten und Rinde dieses würdevoll und anmutigen Baumes können zu Heilzwecken verwendet werden. Tee aus den Blüten zubereitet ist ein nervenstärkendes, krampfstillendes und beruhigendes Mittel, das vor dem Einschlafen getrunken, wohltuende und entspannende Ruhe beschert. Läßt man den Tee etwas ziehen, wirkt er schweißtreibend und ist so zur Schwitzkur bei Erkältungskrankheiten, bei Reizhusten und als Schnupfenmittel geeignet.

Äußerlich angewendet wirken Vollbäder aus Blüten und Absud aus Rinde und Blättern in Lotionen und Kompressen gegen Brandwunden und Entzündungen.

Diese vorzüglichen Eigenschaften verdankt die Linde ihrem Gehalt an
Flavon-Glykosiden, wenig ätherischen Ölen, Gerbstoffen, Pflanzenschleim und Vitamin C , sowie Vitamin P .

Gemeiner Löwenzahn:
Taraxacum officinale Wiggers.

Asteraceae (= Compositae) , Familie der Korbblütler;

Taraxacum ist eine außerordendlich formenreiche Gattung (über 240 Kleinarten!) und noch in fortlaufender Bildung neuer Sippen begriffen. Dies liegt an Unregelmäßigkeiten bei der Fortpflanzung (sog. Apomixis). Allein die Art des Gemeinen Löwenzahn umfäßt etwa 140 Kleinarten.

Der Löwenzahn trägt eine Unmenge volkstümlicher Bezeichnungen: z.B. Bitterblume, Pusteblume, Hundsblume, Kettenröhrlein, Milchstock, Mönchskopf, Wiesenlattich, Sommerwurzel, Kuhblume, Kuckucksblom, Bimbaum, Bettpisser, Lampe, Lichtblom, Bumbansbüsch, um nur einige zu nennen.

Leider wird der Löwenzahn wegen seiner kräftigen, fingerdicken, tief im Erdreich verankerten Wurzel und seiner Vermehrungsfreudigkeit von vielen Gärtnern als Unkraut bekämpft, obwohl seine heilenden Vorzüge (erst) seit dem 16. Jahrhundert bekannt ist.
Traditionell wurden Blätter und Wurzel als harntreibendes Mittel eingesetzt, doch auch die gold-hellgelben Blüten können zu Heilzwecken verwendet werden.

Zuerst erwähnt wurde die Pflanze mit ihren tiefgrünen gezackten, dem Löwengebiß ähnelnden Blättern von arabischen Ärzten. Auf die aus dem nördlichen Europa und Asien stammende Pflanze wurde man hier relativ spät aufmerksam und entdeckte ihre mannigfaltigen Verwendungsmöglichkeiten:

Aus den jungen Blättern läßt sich ein appetitlicher Salat zubereiten, die frühjährlichen Knospen stehen im Geschmack den Kapern nicht nach. Die gerösteten Wurzeln dienten früher als Kaffeersatz und aus seinen Blüten kann man sogar Wein herstellen.

Hauptinhaltsstoffe des Löwezahns sind Bitterstoffe (Sammelbegriff "Taraxacin"), sowie
Flavonoide. Im Milchsaft sind vorherrschend Cerylalkohol, Lactucerol, Inosit, Taraxacerin und Cholin enhalten; in der Wurzel Inulin, Gerbstoff und ätherisches Öl, in den Blättern Vitamin C und viel Kalium, in den Blüten Xanthophylle.

Die Blätter wirken stärker harntreibend als die Wurzel. Letztere stimuliert mehr die Funktion der Leber und Bauchspeicheldrüse und regt die Darmtätigkeit an, was in erster Linie die Verdauung fördert, aber auch zur Beseitigung unreiner Haut, Schuppen und Ekzeme beiträgt.
Die Pflanze ist tatsächlich so wirkungsvoll, daß alleine ein Aufguß aus getrockneten Blüten als Haarspülung schnell und sichtbar gegen Schuppen hilft!
Aber Vorsicht mit dem frischen Pflanzensaft! Wenn Kinder den Milchsaft aus den Stengeln saugen, kann es zu einer Taraxacinvergiftung kommen, die sich durch Übelkeit, Erbrechen, Durchfällen und starke Herzrythmusstörungen aüßert.

Lycium barbarum L. :

Gemeiner Bocksdorn
,

Sloanaceae, Familie der Nachtschattengewächse;

Ein bis zu 5 m hoher Strauch mit überhängenden, rutenförmigen Ästen, lanzettlichen Blättern und trichterförmigen, an der Spitze radrunden, violetten Blüten. Diese ursprünglich in China beheimatete mehrjährige Pflanze wurde hier verbreitet eingebürgert. Man pflegt sie in Gärten, Blumenkübeln oder trifft sie wildwachsend an. Ihre Blütezeit ist von Juni bis August. Aus einschlägiger Literatur ergeben sich keine Hinweise auf heiltherapeutisch nutzbare Inhaltsstoffe, medizinische Anwendung u.ä..

vgl. Wolfberry

Ma Huang:

Meerträubel, Ephedra,

Ephedra sinica;

Die Zweige dieser Pflanze wirken fiebersenkend, antibakteriell, krampflösend, schweiß- und harntreibend.

Achtung: Ma Huang darf nicht während einer Behandlung mit Antidepressiva aus der Gruppe der MAO-Inhibitoren (Momo-Amino-Oxidase-Hemmer) angewandt werden. Ebenfalls bei Grünem Star, Bluthochdruck und Koronarthrombosen ist vom Gebrauch dieser Pflanze abzusehen.

Ma Huang beinhaltet Ephedrin, pharm das 1-Phenyl-2-mathylaminopropan-1-ol; ein Alkaloid aus Ephedra-Arten (als L-Ephedrin; synthetisch als - weniger wirksames DL-Ephedrin).
Es handelt sich hierbei um ein direkt wirkendes Sympathomimetikum (""Nervenstimulanz"") mit zentral erregender Wirkung.
Anwendungsgebiete: wegen seiner gefäßverengender Wirkung örtlich (als Nasentropfen) zur Abschwellung der Nasenschleimhaut, am Auge als Mydriatikum ("Pupillenerweiterer"), bei Bronchialasthma, in Hustensäften, zur Blutdrucksteigerung bei Niedrigdruck.
In höheren Dosen treten Nebenwirkungen am ZNS (Zentrales Nervensystem), wie Erregtheit, Schlaflosigkeit und am Herzen, wieTachykardie=Herzrasen auf.

Myrica Gale L.:

Heide-Gagelstrauch
,

Myricaceae , Familie der Gagelstrauchgewächse;

Aromatisch riechende, dicht mit Harzdrüsen besetzte Holzpflanze, Blüten eingeschlechtig, in Ähren. Einzige Gattung der Familie Myricaceae. Bis 1 m hoher , 2-häusiger Stauch; Blätter lanzettlich, etwas gesägt.
Männliche Kätzchen bis 1,5 cm, weibliche 5-6 mm lang; ausdauernd, Blütezeit April bis Mai. Heidemoore, vor allem im Nord-Westen bis Schleswig-Holstein verbreit; im Küstengebiet von Mecklenburg zersteut, selten in Niederlausitz.

Preiselbeere :

Vaccinium vitis-idaea L.

Ericaceae, Familie der Heidekrautgewächse;

Die Preiselbeere ist eine nahe Verwandte der Bärentraube, Großfrüchtigen Moosbeere (
Cranberry) und der Blaubeere, wächst gerne in Kiefernwäldern, Mooren und in Zwergstrauchheiden bis 2500 m Höhe. Sie hat im Gegensatz zur Blaubeere derbe, wintergrüne Blättchen, weiße (oder auch rötliche) Blüten und glänzend-scharlachrote Beeren. Sie wird mehrere Jahre alt und blüht von Mai bis Juli.

Aus ihren Blättern bereitet man sich in der Phytotherapie -und auch zusätzlich zu synthetischen Arzneimitteln- im Falle einer Nieren- oder Blasenentzündung einen Tee zu, der die Harnalkalisierung fördert. Die Blätter der Preiselbeere, und in noch höherem Maß die Blätter der Bärentraube, beinhalten die
Glycoside Arbutin und Methylarbutin, Flavonoide und Gerbstoff .

Die Beeren werden nicht heiltherapeutisch verwendet, aus ihnen macht man Kompott, Mus oder Saft.

Rosmarin:

Rosmarinus officinalis
L.

Lamiaceae (= Labiatae) , Familie der Lippblütler;

Diese aromareiche Pflanze hat ihren Platz normalerweise im Gewürzregal zum Verfeinern von Suppen, Soßen und zum Bestreuen von Fleisch und Fisch. Sie ist aber auch in der Naturapotheke ein nützliches Kraut zur Herstellung von Tee, Bädern und Tinkturen. Diese sind überaus wohltuend, sollte man sich mal erschöpft und verspannt fühlen. Man kann es auch als Gurgelwasser bei Mundentzündungen oder als Lösung zur Behandlung von Verrenkungen, Verstauchungen, Quetschungen und Ödemen (Wasseransammlungen) verwenden.

Seine durchblutungsfördernde und gefäßerweiternde Wirkung verdankt der Rosmarin
ätherischen Ölen, Gerbstoffen, Bitterstoffen und Saponinen.

Salbei:

Echter Salbei, Salvia officinalis L.

Wiesen-Salbei, Salvia pratensis L. (arzneilich unbedeutend infolge Fehlens von ätherischem Öl)

Lamiaceae (= Labiatae) , Familie der Lippblütler;

Im allgemeinen als Heilmittel gegen Schnupfen, Katerkopfschmerzen und Nierenkolik bekannt, hilft der Salbei in verschiedener Zubereitung und Dosierung gegen Beschwerden vielfältigster Arten; die da wären: Nervosität, Streß, Erbrechen und Durchfall, Fieber, Schlaflosigkeit, (Hals-)entzündungen, Wunden und Hautprobleme.

Im besonderen hilft ein Aufguß aud den Blättern dieser kniehohen, blau blühenden Pflanze bei Entzündungen im Rachenraum, Schilddrüsenüberfunktion i.S. von Nervosität und beim Abstillen.

Mindestens 1,5 Prozent
ätherisches Öl , Salviol, Kampfer, Gerb-, und Bitterstoffe verleihen dem Salbei diese Eigenschaften, Entzündungen zu heilen, zu desinfizieren, zu beruhigen bzw. anzuregen und schweißhemmend bzw. -treibend zu wirken (je nach Dosierung !).

Wegen des Thujongehaltes soll man Salbei nur zeitlich begrenzt einnehmen.

Schafgarbe:

Achillea millefolium
L.

Asteraceae (= Compositae) , Familie der Korbblütler;

Die Blüten und Blätter dieser wegen ihrer Heilkraft besonders vielseitig verwendbaren Pflanze ergeben
als Tee, gekochten Absud, bzw. frischen Saft und Badezusatz eine natürliche Medizin gegen Magenstötungen und Leibschmerzen, die mit Wirbelsäulenproblemen verbunden sind, träge Verdauung, bzw. Quetschungen, oberfläche Blutungen und kleine Wunden.

Die Schafgarbe wird innerlich zur Linderung von Darmkrämpfen, Blähungen, unregelmäßiger, schmerzhafter Menstruation und zur Förderung eines gesunden Appetits verabreicht. Äußerlich setzt man sie in Form von Umschlägen und Bädern bei schlecht heilenden Wunden ein.

Diese Verwandte der erheblich teureren Kamille gilt als das Quecksilberchrom und die Jodtinktur der Wiesen und Felder. Sie verdankt ihre krampflösende, entzündungswidrige und tonisierende ("belebende") Wirkung dem Anteil an Bitterstoff,
Flavonen, Gerbstoff, Glycosid, ätherischem Öl - meist Proazulenen, Kampher, Eukalyptol - und Asparagin.

Asparagin ist eine nicht essentielle Aminosäure, kommt frei oder als Eiweißbaustein vor, wirkt wachstumsfördernd und im Hirn- und Nervengewebe auch im Sinne der Stopffwechselüberwachung.Sie spielt zudem eine wichtige Rolle bei der Ammoniakentgiftung (NH3) des Körpers.

Schizandra:

Schisandra chinensis

Schizandra ist eine aus China stammende Pflanze, die in traditionellen Riten seit Urzeiten von ostasiatischen Völkern zubereitet, serviert und genossen wird. Sie wurde schon vor Jahrhunderten von heimischen Bauern bis zur Ernte sorgfältig gepflegt und von Kaisern und Regierenden aufgrund ihrer speziellen belebenden, erfrischenden, entspannenden und kräftesteigernden Vorzüge geschätzt.

Verwendete Teile dieser Pflanze sind die Früchte. Die Schizandra-Beeren gehören in China zu den beliebtesten Kräftigungsmitteln; sie sind dazu als Aphrodisiakum bekannt. Begüterte Chinesinnen nutzten sie als verschönerndes Hautpflegemittel.

Der chinesische Name Wu Wei Zi heißt übersetzt "Frucht der fünf Geschmacksrichtungen", jedoch überwiegt das säuerliche Aroma.

Schizandra-Beeren helfen bei Schlafstörungen und Angstzuständen. Sie gelten auch als sexuell anregendes Naturmittel.

Nun ist diese in Ehren jung und würdig gebliebene Pflanze auch uns zugänglich. Ihre außergewöhnliche Fähigkeit ist es, gleichzeitig stärkend und besänftigend zu wirken.

Thymian:

Thymus vulgaris
L.

Lamiaceae (= Labiatae) , Familie der Lippblütler;

rosafarbene, selten auch weiße Blüten

Zur Familie der Lippblütler gehören der
Salbei, die Melisse, der Rosmarin, die Minze, das Bohnenkraut und viele andere geschmacklich sowie gesundheitlich wertvolle Kräuter.
So
entstammen ihr auch der Thymian und der Quendel, Thymus serpylum L.,.

Zu Zeiten Karl des Großen war der Anbau dieser beiden eine Regierungsverordnung, denn sie verleihen durch regelmäßigen Gebrauch Widerstandskraft gegen Epidemien, Pest und Lepra, die früher der Bevölkerung drohten, bzw. helfen bei Grippewellen, die uns heutzutage zu schaffen machen.

Thymian und Quendel wirken anregend und kräftigend auf den gesamten Organismus, wobei die Wirksamkeit des Thymians noch ausgeprägter ist. Sie bekämpfen erfolgreich Schwächen des Kreislaufsystems, mangelnde Spannkraft, alle Arten von Krämpfen,vom Husten und Keuchhusten, Asthma und Magenkrämpfen bis zu Katharr, Angina, Bronchitis, Lungen- und Rippenfellentzündung.

Sie sind harntreibend und können deshalb gegen Nieren- und Harnblasenschwächen, Rheumatismus und Gicht eingesetzt werden. Man verwendet sie auch als Entwurmungsmittel und zur Zyklusregulation.

Sie besitzen antiseptische Kräfte, die sie ihrem Gehalt an Thymol oder "Thymiankampfer" verdanken, wodurch sie Viren und Bakterien in der Luft und Infektionserreger auf der Haut, bzw. im Körper bekämpfen.

Innerlich als Tee bzw. äußerlich verabreicht in Form von Kompressen, Umschlägen, Bädern, Verbänden, bzw. Lotionen lindern Thymian und Quendel Beschwerden, die Desinfizierung erforderlich machen (also bei Wunden, Quetschungen, Gicht, Schnupfen, Zahnschmerzen usw.).

Die Wirkung kann man als umfassend krampf- und schleimlösend, im besonderen Maße desinfizierend, appetit- und verdauungsanregend beschreiben, was auf den Gehalt an
ätherischem Öl mit Thymol, Gerbstoffen, Glycosiden, Saponinen und Borneol zurückzuführen ist.

Borneol:
pharmaz Borneokampfer, C10H17 OH , aus Kampfer, im ätherischen Öl zahlreicher Pflanzen vorkommendes wirksames zyklisches Keton (=C=O, Ketogruppe) mit charakteristischem Geruch.

Hinweis: Abzuraten für stark nervöse Menschen, bei Herzschwäche und Schwangerschaft. Kann zur Überfunktion der Schilddrüse führen.

Waldmeister; engl.: Woodruff.

Galium odoratum
L. = Asperula odorata (Labkraut)

Rubiaceae, Familie der Rötegewächse;

Der Waldmeister ist ein Würzkraut, das uns vornehmlich als Bestandteil der Maibowle bekannt ist. Er wächst mehrjährig, verbreitet und häufig in schattigen (Buchen-)Wäldern, wird bis zu 30 cm hoch, hat einen glatten Stengel und gleichgestaltete Neben- und Laubblätter, so daßmehrblättrige Wirtel vorgetäuscht werden. Seine Blüten sitzen in lockeren Trugdolden, blühen von Mai bis Juni.

Zur Bereitung der Maibowle wird der Waldmeister frisch gepflückt und verarbeitet, doch auch in getrockneter Form besitzt er Genußmittel-, entzündungswidrige und gefäßerweiternde Eigenschaften. Köstlich schmeckt der Waldmeister getrocknet mit Erdbeer- und Himbeerblättern zum Tee aufgegossen: Dazu mischt man 5 g Waldmeister mit 45 g Erdbeer- und 50 g Himbeerblättern.


Frisch gepflückt und in Büscheln gebunden in der Wohnung verteilt, verstömt der Waldmeister monatelang einen maifrischen Duft und bekämpft wirkungsvoll Kleidermotten.
(Sehr zu empfehlen!). Dieser charakterischtische Geruch liegt an dem im Waldmeister enthaltenen Cumarin, einem Glykosid, welches erst beim Verwelken aus einer nicht riechenden Zuckerverbindung frei wird.
Cumarin ist in vielen Pflanzen enthalten und dient in der Medizin als Baustein synthetischer Antibiotika (z.B. Novobiocin) und Antikoagulanzien, d.h. zur Verminderung der Blutgerinnung bei Thrombosegefahr und nach Herzinfarkten (z.B. Marcumar, Sintrom; verschreibungspflichtig).

Neben Cumaringlycosid enthält der Waldmeister Asperulosid, Bitterstoffe und
Gerbstoffe.

In Form von Bowle und Tee ist Waldmeister ganz sicher unschädlich, - eher wegen der leicht entzündungswidrigen, beruhigendem, entkrampfenden und gefäßerweiternden Wirkung - und wegen des "waldduftigen" Geschmacks ein gesundes und wohlschmeckendes Erfrischungsgetränk.

Weißdorn

Crataegus oxyacantha
L.

Rosaceae, Familie der Rosengewächse;

weiße oder rosa Blüten

Den Weißdorn, auch Mehlbaum genannt, ordnet man wie die Heckenrose, den Brombeerstrauch und den Apfelbaum zur Familie
Rosaceae.
Er wächst strauch- oder bäumchenartig, dicht, aufrecht und kann eine Höhe von 5 Metern erreichen.
Hellgraue Rinde, leuchtend grüne, stumpflappige, gesägte Blätter, bis zu 6 cm lange Dornen und die eher unangenehm riechenden Blütenbüschel charakterisieren diese Pflanze, die häufig als Zierstrauch in Gärten, überall auf dem Lande oder als Wegbepflanzung anzutreffen ist. Aus ihren kleinen runden roten Früchten wurde - und wird von manchen Völkern heute noch - eine Art Brot gebacken.

Die Früchte besitzen zudem die Qualität, Durchfall zu stoppen; die Rinde wirkt fiebersenkend und den Blüten kommt die jahrhunderte lang bewährte Eigenschaft zu, die Herzleistung zu verbessern und den Blutdruck zu regulieren. Außerdem werden sie gegen nervöse Krämpfe, Arteriosklerose, Angina pectoris und Fettleibigkeit verabreicht.

Der Weißdorn besitzt keinerlei giftige Eigenschaften und ist darum als Dauerbehandlung allen Menschen zu empfehlen, die unter Streßstehen, sich abgespannt, nervös, kurzatmig und schwindelig fühlen, oder sich vor den Gefahren des schädlichen Cholesterins und der Arterienverkalkung schützen wollen.

Seine Wirkstoffe sind Säuren,
Amine und Flavonoide .

Weißdorn,
hom Crategus.

Wermutkraut

Artemisia absinthium
L.

Asteraceae , Familie der Korbblütler;

gelbe Blüten

Mit dem sprichwörtlichen Wermutstropfen hat so manch einer schon Bekanntschaft gemacht und vom In - Getränk der 20er Jahre, dem Absinth, auch schon gehört.
Tatsächlich überschreitet der Wermut bei weitem jedes jedes erträgliche Maßan Bitterkeit (wodurch er mit Recht die Prüfungen des Lebens symbolisiert), und beinhaltet ein Gift - das Thujon -, welches in Verbindung mit Spirituosen bei überhöhter Dosierung zu einer Droge mit Symptomen des komplizierten Alkoholismus wird: motorische und sensible Störungen, Übelkeit, Antriebslosigkeit, Stumpfsinn und Abbauerscheinungen des zentralen Nervensystems.

In schwachen Dosen ist der Wermut, auch bitterer
Beifuß genannt, ein Appetitanreger wie Anis, Artischocke und Fenchel. Diese Eigenschaft wurde schon Berichten zufolge von den Ägyptern, Griechen und Kelten geschätzt.

Im 14. Jahrhundert erkannte man seine Wirksamkeit dieser rispenastigen, seidig - filzigen Pflanze mit den 2 bis 3- fach fiedteiligen Grundblättern gegen Rheumatismus, Infektionen, Skorbut (Vitamin C-Mangel), Zahnschmerzen, Fieber und Parasiten aller Art.

In unserer heutigen Zeit nutzt man seine beruhigenden und abwehrsteigernden Kräfte vor allem, um Leibschmerzen zu lindern, Durchfall zu bekämpfen, das Immunsystem bei Rekonvaleszenten eines Leberleidens zu stärken und um die Menstruation zu regeln oder hervorzurufen.

Wirksame
ätherische Öle , Gerb - und Bitterstoffe erheben den Wermut zur Heilpflanze; - würde er nur nicht so abscheulich schmecken! -

hom Absinthium.

Wolfberry

Lycium
L., Bocksdorn

Sloanaceae, Familie der Nachtschattengewächse;

Wolfberry nennt man im Englischen mehrere Arten der Gattung Lycium L.
In China verbreitet wächst z.B. die "pale wolfberry", Lycium pallidium. Sie ist dort eine Nutzpflanze, aus deren Blättern Salat bereitet wird. Aus Beeren dieses Strauches stellt man Wien her, dem man eine vitalisierende und lebensverlängernde Wirkung nachsagt.

Im Südwesten der USA wächst eine Art mit Namen Lycium berlandieri. Die Indianer aßen die Beeren zu medizinischen Zwecken: Es heißt sie steigere die Lebenskraft, verleihe Frohsinn und übe eine günstige Wirkung auf Nieren, Leber und das Immunsystem aus.

Die wolfberry ist reich an
Vitamin C, Beta-Carotin, Aminosäuren und besitzt eine außergewöhnlich hohe Süßkraft.

Neben den erwähnten Arten exisieren nach viele weitere wolfberrys, z.B. Lycium andersonii und Lycium fremontii.

Im Aussehen ähnelt die wolfberry dem Gemeinen Bocksdorn (
Lycium barbarum L.), der auch zur Familie der Nachtschattengewächse gehöhrt und bei uns heimisch ist.


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